München im hohen Mittelalter                

 

  (Textquelle komplett :Aus Wikipedia)

 
   
1175 wurde München der Stadtstatus gewährt und die erste Befestigungsanlage errichtet. Im Ersten Mauerring umfasste die Stadt etwa 15 Hektar.
1180 nach dem Sturz Heinrichs des Löwen, fiel München an den Bischof von Freising und Bayern an Otto von Wittelsbach. Das Münzrecht in München stand weiterhin dem bayerischen Herzog zu, was in der Folge zu Konflikten mit dem Bistum führte. Im bayerischen Alpenraum wird neben Freisinger und Regensburger bereits auch mit Münchner Münzen bezahlt.
Herzog Otto I. von Wittelsbach ließ die Peterskirche 1181 erweitern und diese erweiterte Kirche wurde 1190 durch Bischof Otto II. von Freising geweiht.
 1200 erfolgte der erste nachweisbare Besuch eines bayerischen Herzogs in München. Ludwig der Kelheimer trifft in der Stadt den Bischof von Freising.
1209 vermittelte Kaiser Otto IV., ein Sohn Heinrichs des Löwen, im Konflikt um München zwischen dem Wittelsbacher Herzog und dem Bischof von Freising.
1210 durften die Juden eine Synagoge in der Judengasse errichten.
1214 wurde das Stadtrecht Münchens zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
1221 wurde München das Opfer des ersten nachweisbaren Stadtbrandes, viele weitere sollten folgen.
1239 erreichte die Münchner Bürgerschaft eine gewisse Autonomie. Aus diesem Jahr stammt auch das älteste erhaltene Stadtsiegel. Es zeigt einen Mönch, aus dem später das Münchner Kindl wurde und ein zinnenbekröntes Stadttor. Dieses Siegel hängt an einer Urkunde, in der die Bürgerschaft erstmals selbstständig auftrat und vom Brückenzoll befreit wurde.
1240 ging nach einigen Auseinandersetzungen München aus dem Besitz des Freisinger Bischofs in den des Hauses Wittelsbach über. Die Stadt fiel somit an Herzog Otto II.
1255 teilten die Brüder Heinrich XIII. und Ludwig II. der Strenge das Herzogtum Bayern unter sich auf, und München wurde unter Ludwig zum Hauptsitz des Landesherrn (Residenzstadt) für das Teilherzogtum Oberbayern (Erste bayerische Landesteilung).
1271 wurde für die stark angewachsene Stadt die Pfarre der Peterkirche geteilt und die Frauenkirche als zweite Pfarrkirche erbaut.
1280 erhielt die Stadt durch König Rudolf von Habsburg bedeutende Handelsfreiheiten.
1285 kam es zu heftigen Pogromen gegen Juden. 67 Juden wurden ermordet als das Gerücht umging, sie hätten ein christliches Kind zu Blutkultzwecken getötet.
Seit 1286 ist der Rat der Stadt nachweisbar, die Vertretung der hohen Bürgerschaft.
1294 wurde durch Herzog Rudolf die Rudolfinische Handfeste erlassen, eine Sammlung der Rechte und Pflichten der Bürger. So bekam die Stadt das Recht, selbst Steuern zu erheben.
1295 empörten sich die Münchner über die Münzverschlechterung und erschlugen den Münzmeister ,worauf der Landesherr die Stadt zu 500 Pfund Pfennigen Buße verurteilte.
Bereits im 13. Jahrhundert übertraf München an Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft alle anderen oberbayerischen Städte. Die Stadt zahlte dem Herzog ungefähr doppelt so viele Steuern wie Ingolstadt.
1310 wurde das Alte Rathaus erstmals erwähnt, 1319 der Alte Hof. Seit 1317 sind ein Innerer und ein Äußerer Rat nachweisbar. Seit dem Jahr 1310 gab es städtische Satzungen unter anderem über die Überwachung von Maßen und Gewichten, über Preise, die Straßenreinigung, Hochzeiten und über Glücksspielverbote.
 
                 
  

                Kaiserliche Residenzstadt und Kaiser Ludwig der Bayer

 

1314 wurde Herzog Ludwig IV. der Bayer zum deutschen König gewählt. 1322 zog Ludwig nach der gewonnenen Schlacht bei Mühldorf feierlich in seine Hauptstadt ein. 1324 erhielt München dann die Reichsfarben Schwarz-Gold ins Stadtwappen und beherbergte seit diesem Jahr bis 1350 auch die Reichskleinodien.
1327 wurde durch eine Feuersbrunst ein Großteil der Stadt zerstört, darunter das Angerkloster, der Alte Hof, das Heiliggeistspital und die Peterskirche. Beim Wiederaufbau wurde die Stadt auf 91 Hektar erweitert und der Zweite Mauerring errichtet. In der Folgezeit kam es noch mehrmals zu größeren Bränden.
 1328 wurde München unter KaiserLudwig dem Bayern kaiserliche Residenz. München wurde so zur ersten Residenzstadt des Reiches, in der der Kaiser tatsächlich auch lange Zeit seiner Regierung residierte. Die kaiserliche Goldbulle von 1332 verschaffte den Münchnern eine Monopolstellung im süddeutschen Salzhandel. Neben der politischen Bedeutung, die sich im Alten Hof architektonisch manifestierte, war es auch eines der bedeutendsten religiösen Zentren der Zeit. Dazu trug das Franziskanerkloster maßgeblich bei, in dem die aus Avignon geflohenen Ordensoberen Zuflucht fanden. In München wirkten unter anderem der Generalminister und der Prokurator des Franziskanerordens Michael von Cesena und Bonagratia von Bergamo, der ehemalige Rektor der Universität Paris, Marsilius von Padua, und der Oxforder Professor Wilhelm von Ockham, die auf theoretischer Basis die Stellung des Kaisertums als Institution gegenüber dem Papsttum verteidigten.
Augustinermönche beginnen 1328 mit dem Bierbrauen.
1340 verlieh der Kaiser München das "Große Stadtrecht" mit weiteren Privilegien.
1342 stellte der Kaiser zusammen mit seinem ältesten Sohn Ludwig V. in München den Großen Tiroler Freiheitsbrief aus.

München im späten Mittelalter          

1349 kam es zum ersten Ausbruch des Schwarzen Todes. Mit der zweiten Landesteilung durch die sechs Kaisersöhne zwei Jahre nach dem Tode Ludwig des Bayern fiel München 1349 an Ludwig V., der neben Oberbayern auch Tirol und bis 1351 die Mark Brandenburg regierte.

 

1363 fiel München nach dem Tode von Ludwigs Sohn Herzog Meinhard an dessen Onkel Stephan II. mit der Hafte von Bayern-Landshut.
1369 lebten in München bereits über 10.000 Einwohner.
1385 wurde an nordöstlichen Stadtbefestigung die Neuveste angelegt, da der Alte Hofden Wittelsbachern zu unsicher wurde. Ein Bürgeraufstand gegen die Herzöge Stephan III. den Kneißl und Friedrich war fehlgeschlagen. Die Aufständischen hatten den Ratsherrn Johann Impler hingerichtet, den sie für die hohe Steuerbelastung mitverantwortlich gemacht hatten. Daraufhin wurde die Stadt von den Herzögen erfolgreich belagert. Aus dieser Burg, die die Bürger als Buße den Wittelsbachern finanzieren mussten, entwickelte sich die Residenz.
1392 erwirkte Herzog Stephan der Kneißl beim Papst das "Münchner Gnadenjahr". Mit der dritten Landesteilung im November dieses Jahres entsteht das Herzogtum Bayern-München unter der Herrschaft von Stephans Bruder Johann II.. Friedrich erhielt Bayern-Landshut und Stephan Bayern-Ingolstadt, die Frage nach einer gerechten Aufteilung führte in der Folgezeit zu Konflikten zwischen der Münchner und der Ingolstädter Linie.
1397 kam es dann zu weiteren Aufständen der Handwerkszünfte gegen die Patrizier und die zerstrittenen Wittelsbacher Herzöge. Der Bürgermeister Jörg Kazmair wird abgesetzt und die Handwerkszünfte üben die alleinige Macht aus. 1403 wurde der Aufstand von Truppen der Wittelsbacher zwar blutig beendet, jedoch wurde den Zünften ein politisches Mitspracherecht zugebilligt.
 1422 scheiterte die Belagerung Münchens durch den Herzog von Bayern-Ingolstadt Ludwig VII.
1429 wütete wieder ein zerstörerisches Feuer, dem Teile der Stadt zum Opfer fallen. Durch das Bündnis von Herzog Ernst mit Kaiser Sigismund war auch München von den Hussiten bedroht, so dass die Stadtbefestigung im selben Jahr durch einen äußeren Mauerring verstärkt wurde.
1435 wurde unter seinem Sohn Albrecht III.Schloss Blutenburg erbaut.
1442 wurden die Juden durch Herzog Albrecht III. aus der Stadt und aus ganz Oberbayern vertrieben. Erst 250 Jahre später wurde jüdische Ansiedlung wieder gestattet.
1460 ereignete sich ein weiterer Stadtbrand.
 Auf Grund des Reinheitsgebots des Magistrats von 1453 erließ Herzog Albrecht IV.1487 in der Brauordnung ein weitergehendes Reinheitsgebot für Bier, das als Zutaten nur Gerste, Hopfen und Wasser erlaubte. Das Münchner Reinheitsgebot wurde in das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 übernommen und für das ganze Herzogtum verbindlich gemacht. Noch heute erneuern die Münchner Bierbrauer alle Jahre auf dem Brauertag den „Preu-Eid“.
Im Jahre 1468 wurde durch Herzog Siegmund der Grundstein zur neuen Marienkirche "Frauenkirche" gelegt. Unter der Leitung des Baumeisters Jörg von Halsbach schritt der Bau zügig voran (großzügige Geldmittel wurden vom Papst gewährt), die Einweihung erfolgte bereits 1494. Allerdings erhielt sie erst 1525 ihre charakteristischen runden Kuppeln. 1470 war Baubeginn für das Tanzhaus, das im Obergeschoss einen großen Festsaal hatte. Das heutige Alte Rathaus erhielt in den Jahren 1877 und 1934 breite Durchfahrten, um dem wachsenden Verkehr vom Marienplatz in Richtung Isartor gerecht zu werden. 1481 wurde der Marktplatz von mehreren Gebäuden, unter anderem einer Kapelle befreit und wurde erst dann zu einem rechteckigen Platz. Seine heutige Größe erhielt der Platz aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg.
1493 erscheint in der Schedelschen Weltchronik die erste Stadtansicht Münchens.
1498 fand ein erfolgloser Aufstand der Münchner Handwerksgesellen statt. Sie hatten sich im städtischen Freudenhaus mit der in ganz Europa grassierenden Syphilisangesteckt und versucht den von der Stadt bestellten Aufseher der Dirnen zu erschlagen.
 
(Quellentexthinweiß:Wickipedia/München im Mittelalter/Münchner Entstehungsgeschichte)

 

 

Nach oben