Der Ursprung des Faschings

Fasching,Fastnacht,Karneval oder Fasnet und was es alles Regional bedingt für Namen dafür gibt,hat einen sehr viel älteren,"heidnischen" Ursprung.

Auch wenn zum Beispiel in Rio de Janeiro der größte und bunteste Karneval gefeiert wird wie auch in zig anderen Kulturen,ist der Fasching in seiner Urform tatsächlich mal eine Ur-Mitteleuropäische Tradition,auf die wir zu Recht sehr stolz sein können.Sie wurde dann zu verschiedenen Zeiten rund um den Erdball weitergetragen und je nach Landessitte eigends ausgeschmückt.Es gibt heutzutage weltweit nur sehr wenige Länder,die tatsächlich in keinster Form Fasching kennen bzw feiern.

Fasching war bei uns,laaaange vor dem Mittelalter in seiner Urform ähnlich wie die Sonnwendfeiern zum begrüßen der neuen Jahreszeiten,zum Austreiben der Winterdämonen und allen negativen Einflüssen gedacht,die den Menschen in den langen,kalten und rauhen Winterzeiten so zu schaffen gemacht hatten.

Es wurden eigens Holzmasken sehr aufwendig geschnitzt und gearbeitet,herrliche Gewandungen kreeirt,die ursprünglich noch aus Baumrinde,Bast,Riedgräßern,Moosen,Flechten,Zweigen,Tannenreisern und allerlei mehr gebunden wurden,alles was man so fand.
Allerdings mitnichten einfach wahllos-einjede Kraut,Moos etc. hatte eine ganz eigene Wirkung und Bedeutung und auch die Zusammen setzungen waren sehr wichtig und eine Kunst für sich,diese zusammen zustellen.Von der richtigen Zusammenstellung für einjede Figur hing enorm viel ab nach dem Glauben jener Menschen damals-wurde auch nur eine falsche Sache verwendet oder etwas vergessen,konnte das viel Unglück bringen und zum Beispiel dazu führen,das Lawienen das Haus des Trägers verschütteten,arge Krankheit das ganze Dorf schüttelte,das Vieh einging und vielerlei mehr.

So durften nur bestimmte Meister die Masken schnitzen,wärend nur bestimmte andere Meister die Gewandungen passend zum Träger und Maske zusammen stellten,die von den Frauen und Kindern in aufwendigen Sammelaktionen in jedem Dorf zusammen getragen wurden.

Da nicht nur die Masken,sondern auch die Gewänder essentiell überlebenswichtig waren,wurden im Laufe der Zeit,stabile und langlebigere Gewänder hergestellt,die jedes Jahr aufs Neue neu bestückt,geordnet wurden und dann sogar innerhalb der männlichen Nachkommen einer Träger-Familie von Generation zu Generation weiter vererbt wurde.

Je nachdem,was der Träger für einen Beruf ausübte,wurde die Gwänder zum Beispiel in einem Dorf mit Hirten mit vielen Schafschellen und später auch mit Almglocken der Kühe sowie Fellresten bestückt,wärend bei Handwerkern,die mit Holz arbeiteten,eher laange fein geschnittene Holzspäne,Schindeln und anderem verziehrt wurden.

Köhler und waldbauern hingegen wurden über und über mit Tannenzapfen behängt,Getreidebauern wurden zu waren Strohhügeln verwandelt....

Es ist irre spannend und faszinierend,sich in diese Materie richtig hineinzuarbeiten und die enormen Unterschiede von Dorf zu Dorf,Region zu region zu verfolgen.

Im Laufe der Zeit bildeten sich regelrechte Zünfte,fast wie Geheimbünde,in die kein Aussenstehender reinkam.Die familien der Zunftmitglieder waren innerhalb der Dorfgemeinschaft hoch angesehen,selbst wenn sie bettelarm waren-denn von ihnen,und nur von ihnen hing der Erfolg des Fasnettreibens ab,der den Winter zur Stecke bringen sollte,Glück,Gesundheit und Wohlstand der Gemeinde verstärken bzw. die Bündnisse mit der Natur erneuern sollte.

Bis vor 50 Jahren gab es im Deutschsprachigen Raum noch in fast jedem Dorf eine eigene Zunft.

Diese Zünfte liefen zu bestimmten Zeiten im Januar und Februar,die einem geheimen Kalender folgten,von Dorf zu Dorf,von Einödhaus zu Almhütte,von den tiefsten Tälern zu den höchsten Hütten und in den tiefsten Wald hinein,um auch jedes Haus,jeden Menschen mit dem Segen des Fasnetlaufes zu beehren.Die Zeiten wurden jedes Jahr aufs neue von den Zünften regional bedingt ausgemacht und an alle verkündet,so das alle,aber auch wirklich alle ihre Häuser putzen,wunderschön dekorierten und kochten,was ihr Haus hergab und damit die Segenbringenden Läufer bewirteten.

Irgendwann oblag es immer dem reichsten bauern/Bürger ein jeder Gemeinde,diese Feste auszurichten und jeder vom Dorf half mit-so wurde dieser die bösen Geister austreibende Lauf dann in jedem Jahr zum Winterende einer der wichtigsten Höhepunkte des Lebens.
So enstand zum Beispiel dann auch der Perchtenlauf,der einigen hier ev. noch bekannt ist,wo schauerlich ausehende Monster mit riesigen Schweinsblasen an einer Schnur am Stock befestigt,Rasseln,wildem Glockengeläut,Peitschenhieben und Reisigbesenschlägen ihr Unwesen trieben,um alles Böse aus den Häusern zu vertreiben,das sicxh wärend des dunklen Winters so angesammelt hatte.

War dann jemand böse,hatte Blut vergossen,andere verletzt,betrogen,belogen,Gelder veruntreut und so weiter,wurde das den Perchten zugetragen und so zogen sie dann nicht nur Segenbringend von Ort zu Ort,sondern fungierten gleichzeitig noch als hart bestrafende Richter,die den Übeltäter,egal ob armer Bettler oder Bürgermeister,etc. ja sogar Adlige vor den Augen der gesammten Gemeinde vor den "Richttisch" brachen,die gegen ihn erhobene Anklage laut verkündeten und ihn dann öffentliich bestraften.

So führte unser Faschingstreiben in der Urform dann auf gewisse Weise unter anderem auch zum heutigen Gerichtssystem,mit dem einjeder sicher sein konnte,das Unrecht in schlimmer Form jedes Jahr abgegolten und bestraft wurde.Und das meistens ohne großes Blutvergissen oder gar töten,wenn die begangene Straftat so schlimm war.
Ihr müsst bedenken,in der damaligen Zeit gab es zwar den Ältestenrat,in den größeren Städten dann auch die Bürgermeister und so weiter,aber in den ländlichen abgelegenen Regionen mussten sich die Leute selber helfen.Und so wurde ein hervorrragendes Hilfsorgan geschaffen,das Unrecht wieder zu Recht werden lies.
Einjeder hatte einen Heidenrespekt vor diesen Richtern,die in Guten,erlichen Häusern den Segen und Glück brachten,wärend in den Häusern mit Missetätern auch in der Menschlichen Welt die "bösen Geister" vertrieb,denn man wusste-sie wissen alles und kommen jedes Jahr wieder Wink
Irgendwann wurden die Zünfte der Perchten fast zu Geheimbünden,denn die Idenditäten der Mitglieder durfte nicht nach aussen getragen werden,damit keiner diese "Richtenden" bestechen oder gar bedrohen konnte,um seine Bestrafung schon im Vorfeld abzuwenden.

Es entstanden aus dem Fasnetlauf noch so manch andere Tradition,die uns heute in ihrem Ursprung gar nicht mehr bewusst sind.

Interesannterweise wurde aus unserem Fasching in Hochburgen des Reichtums und der Oberflächlichkeit dann die heute bekannten Riesenfeiern,wo nur noch zählt-hauptsache laut,bunt,riesig.Als beispiel eben Rio oder auch in Amerika,aber leider auch immer mehr in Deutschland in den großen Städten.

Wärend in den Naturverbunderen Kulturen,die sich selber gegenüber noch erlicher sind und die wichtigsten menschlichen Werte noch hochhalten und leben,der Karneval zwar auch bunt,groß und fröhlich ist-aber immer noch derselbe Urglaube an die Vertreibung böser Dämonen und geister sowie den Segen spenden den Vorrang hat. Als Beispiel einige Südamerikanische Andenländer,Norwegen,Schweden...und eben noch einige ländlichere,traditionsbewusstere Regionen bei uns.

Die Kirche hatte,wie immer,dann im Hoch,-und Spätmittelalter versucht,das närrische treiben zu verbieten,was dann aber gründlich daneben ging,wie uns Tante Wiki zum Thema Fasching aufzeigt.

Schade,das Wikipedia die ganze,übrigends noch sehr ausführlichere Geschichte des Faschings,als wie hier jetzt im eh schon langen Text beschriebenen nichtmal erwähnt sondern scheinbar erst im Hochmittelalter ansetzt.So geht viel Wissen verlohren,was grad bei solchen Medien wie Wikipedia,die tagtäglich von Millionen Lesern weltweit angesehen werden,echt ein Wissenvorteil wäre und dazu beitragen könnte,die ganze Geschchte und Tradition des Faschings den Leuten wieder zu vermitteln Wink


Heutzutage gibt es im Deutschsprachigen Raum leider nur noch sehr,sehr wenige traditionelle Maskenschnitzer,die ihr Handwerk immer noch ,meistens nebenberuflich, ausüben und ihre Masken undGewandungen sowie das Wissen um die Zusammensetzungen innerhalb der Familie in Ehren halten bzw. weiter geben.
Auch die echten Zünfte nehmen leider immer mehr ab und e gibt zwar immer mehr Faschingsvereine,die aber keinen Ursprung und keine echte Tradition mehr aus der wirklich früheren Zeit haben,sondern ihre Tradition aus den letzten 100-200 Jahren beziehen und ganz andere Regeln und Gebräuche haben.

Aber einge,derer die es noch gibt,geben ihr Wissen um die Kunst ,die Traditionen und den Ursprung jetzt verstärkt aucxh im Fernsehen weiter,wie jedes Jahr zur faschingszeit zum Beispiel das Bayrische Fernsehen,aber auch Arte beweist.Oftmals sind diese Sendungen zwar Widerholungen von vor einigen Jahren gedrehten Reportagen alter Zünfte und Maskenbauern,aber nicht minder wertvoll und lehrreich.

Und manchmal kann man die echten,alten Überbleibsel der Zünfte noch auf den kleineren Faschingsumzügen bewundern,in ihren wunderschönen,originellen und handgefertigten,masken und Kostümen aus reinen Naturmaterialien.

Dieser Text entstammt übrigens aus meiner eigenen Feder,Viviana von den Zwey Disteln,ist nirgends abgekupfert,sondern vereint vieles von meinem über die Jahre gesammeltes Wissen.
Wenn ihr den Text also gerne kopieren und weitrerverbreiten möchtet,dürft ihr dies gerne tun,aber verkauft ihn nicht als euren,sondern weisst bitte darauf hin,das ich ihn verfast habe-auch bei Auszügen.
Leider muss ich in den letzten Zeiten immer wieder feststellen,das mich viele Leute zitieren,Auszüge oder den ganzen von mir ferfassten Text woanderst zeigen,was mich ja freut-aber dann doch enttäuscht,wenn dann meine Arbeit für ihre eigene verkauft wird und die Leuts dann plötzlich mit mir diskuieren wollen,das ich ja gar nicht der Urheber sein könne...
Vielen Dank

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