Marktbericht zum Frühjahrswaffendrill des BOL im Museumsdorf Bad Kürnbach 26.4.-28.4.2013 

 

Müde,dreckig und nicht besonders gut riechend sind wir doch erfolgreich und glücklich vom Frühjahrswaffendrill zurück gekehrt!
Es war ein Drill der Extraklasse,da diesmal alles wieder im Museumsdorf Bad Kürnbach stattfand,mitten im Dorf,und bereits seit Samstag früh nicht einfach trainiert wurde wie sonst üblich,-
Nein,alle durften sich mal so richtig austoben,egal welcher Waffengattung. Es gab permanent ungeplante Scharmützel mitten im Dorf,in den Lagern (jawoll,IN den Lagern!) und queerbeet durch alles,wo man nur irgendwie durch,-drüber,drunter,-und rein konnte .
Selbst die Hauptleute mit ihrer Reiterei machten fleissig und begeistert mit und so ziemlich jeder hatte ein Leuchten in den Augen,ein glückliches Lächeln im Gesicht (selbst wenn man den Feind eigentlich einschüchtern wollte ^^)
Die Trossweiber mussten diesmal nicht nur den Kämpfenden Wasser reichen und Verwundete versorgen,sondern durften erstmals das Dorf aktiv als Dorfbewohner gegen plündernde Landsknechthorden verbarrikadieren und verteidigen.
Das historische Museums-Dorf wurde wieder zum Leben erweckt.
Nach ausreichender,sehr leckerer schwäbischer Hausmannskost ging es immer weiter in den Kampf,-und wärend man noch vorne mit dem Feind kämpfte,wurde man nicht nur von hinten hinterrücks überfallen,sondern auch von den Seiten,-und wähnten sich die Angreifer schon des Sieges gewiss,wurden sie selber von der Reiterei oder anderen Trüppchen hinterrücks überfallen und in die Flucht geschlagen.
Es war so ein munteres Hin und Her,das ab und an so manch einer nimmer wusste,ob die Leuts vor einem Freund oder Feind waren,was zu manch lustiger Situation mit unfreiwilliger Komik führte... ;-)
Nachts dann durften alle bis frühmorgends den fleischlichen Gelüsten fröhnen und gemeinsam wurden die Siege und Niederlagen begossen und gefeiert,Seit an Seit wieder brüderlich vereint.
Morgends früh,selbst a bisserl verschlafen,ertöhnte die Trompete zum Weckruf,und die meisten eilten,manche schlurften noch recht verschlafen und zerknautscht ob der kurzen,nasskalten Nacht zum Morgend-Apell.
Der Sonntag wurde nochmal sehr spannend,es wurde ein bischen geübt und wieder musste das Dorf verteidigt werden.
Nach der erneuten mittäglichen Sättigung sollte es,vor lauter Museumspublikum,zur grossen Heeresschlacht auf der Schlachtwiese gehen-doch die Kriegsgötter meinten es anders und so fand auf einmal alles mitten im Dorf,inmitten des verblüfften und manchmal verwirrten Publikums statt,die gar nicht wussten wie ihnen geschah,als sie selber so manches Mal entweder mitten des Kamfes standen oder beschützt werden mussten ...
-Was sie anfangs oft als Schikane auffassten,bis sie feststellten,das ECHTE Pferdehufe und ECHTE Schwerter oder ECHTE Kanonschüsse aus nächster Nähe dann halt doch ECHT weh tun .... Ab da waren die meisten dann doch recht froh drum,das immer wer da war,der lautstark verkündete,wenn aus unerwarteter Richtung plötzlich die Pferde heranpreschten oder die Lanzenspiesse dann doch zu nah heranrückten an die vordersten Besucherreihen. Zwei,drei völlig beratungsresistente Menschen,die sich und ihre Zwergerl stur trotz Warnungen und Erklärungen in direkte ,akute Gefahr begaben, wurden dann mal recht ungepflegt in schönstem Kommandoton vor versammeltem Publikum zünftig zsammgeschissen,was durchaus noch über den Kampflärm hinaus deutlich vernehmbar war.
Irgendwann auf einmal,nach einigen Stunden echten Kampfgetümmels mit allerlei Überraschungen hies es dann :
"Der Frieden ist da-dreimal Landsknecht Hurra!"
-und schon wars vorbei mit dem Drill,ehe man es sichs versah..der Abschied war herangekommen,ohne das es jemand wirklich bemerkt hätte.

Wir schworen uns ein fürs nächste Treffen,die Lager wurden eingerissen,-und ratzfatz lag das Dorf wieder friedlich und verlassen da,als wäre nichts passiert. Nur das eingedrückte Gras,Hufspuren und Fellbüschel allüberall zeugten noch davon,das hier einst ein ganzes Heerlager mit mehr als 450 Mann stand.
Es war einmalig schön,dieses Frühjahrsdrill und wir erwarten voller Vorfreude den nächsten Drill,den wir besuchen können,wo auch immer er stattfinden mag.
Wir danken herzlichst allen Teilnehmern,Organisatoren,den Museumsdorfleitern,dem klasse Koch-Personal und den Toilettendamen,die immer für saubere Toiletten sorgten,sowie allen Besuchern,die trotz des nasskalten Mistwetters kamen,um mit uns gemeinsam ein unvergessliches Erlebniss zu erfahren und in echte Geschichte hineinzutauchen.
Auch ein herzliches Dank unsererseits wieder an die Reiterei,die uns wieder freundlich einen Stellplatz für unser Lager in direkter Nähe zu den Pferden gewährten,was für unseren Marcel eine wahre Freude war ,-)
Und an alle Waffenbrüder und Freunde: Es war uns eine Ehre,bis bald ihr Lieben!!!

 

Nach oben