29.4. -1.5.2011 Mittelaltermarkt Riffelhof in Laupheim/Biberach      www.riffelhof.de


Ja,liebe Freunde,so kann es manchmal gehen...gerade eben beschwere ich mich noch lautstark,das wir leider wegen der verstärkten Arbeits,-und Prüfungszeiten im ersten Halbjahr fast keine Märkte zusagen können.

Um mich herum sind zig befreundete Lagergruppen,die alle stolz verkünden "Die Lagersaison ist hiermit auch in Bayern ofiziell eröffnet" und wir? .....*seufz*

Da kam der Anruf einer Freundin gerade recht,die meinte,wir könnten doch spontan nach Ulm fahren,dort wär ein kleiner schöner Markt. Klaro,rein in die Gewandungen und nix wie hin.

Wir kamen Abends dort an,der Markt hatte grad eben erst aufgemacht.Ein wunderschönes,kleines Gelände rund um den Riffelhof,mit vielen Birken,Tunierplatz,Bühnen,Lagergruppen,Stänen in vernünftiger Mischung aus Handwerk und Kommerz und vielen Programmangeboten für Groß und klein.

Wir wurden an vielen Ecken und Enden liebevoll begrüßt von einer Lagergruppe,den Fenriskriegern,aber auch von einigen Standlern,die wir gut kennen und schätzen.Wir genossen den Abend,hörten den Musikern zu,bestaunten die Walking Acts der zahlreichen Künstler-erstaunlich,was doch alles sehr wohl machbar ist,um ein tolles Marktfeeling für den Besucher zu zaubern- und genossen die Marktatmosphäre.Hilfsbereit wie wir ja immer sind,halfen wir Dunja,der Falknerin beim Aufbau ihres Lagers ein bischen mit,durften zur Belohnung ihr süßes kleines Findelkind,ein tapsiges,freches 15 Tage altes Fuchsbaby kurz knuddeln und zogen dann geziehlt zum Orientalischen Zelt,das da groß "Mokka" verkündete ;-)

Wir lernten einen sehr lieben jungen Mann kennen,Björn,der im Mocca-Zelt ein gar trefflicher Gastgeber war und auch mit uns wohl viel zu lachen hatte.Dann waren wir urplötzlich in einer netten Runde mit lauter Lindauer Marktweibern,mit denen es sehr lustig zuging. Dunja kam dann auch zu uns ,der Abend wurde immer länger und wir bedauerten schon,wegen der Arbeit wieder zurück nach München fahren zu müssen.Irgendwann erhielten wir die Einladung von ihr,wenn uns der Markt gewfiele,das wir doch gerne unser Zelt bei ihr aufstellen könnten,für eines reiche ihr Platz gerade noch. Wir dachten drüber wohl nach,die Lust war groß...doch die Arbeit rief. Also verabschiedeten wir und sehr schweren Herzens vom Markt und all den lieben Menschen dort.

Am nächsten Nachmittag kam dann der erlösende Anruf: "Ok,wir sind so verrückt-wir fahren-los geht" ;-)

Also Lager rein ins Auto und los gings.Aufbau,gewanden- und dann kam ein Seufzer aus tiefstem Herzen *endlich wieder Markt!!!!!!* 

Wir stürzten uns denn auch direkt ins Marktleben,diesmal in so einem ungewohnten Zwischending als Darsteller und Marktbesucher,was doch sehr neu und ungewohnt,aber auch sehr spannend war. Später führten dann die wege wieder zu "unserem" Mokkakocher Björn,wo dann auch bald wieder die Lindauer Frauen eintrafen.Dort lernten wir auch Betti kennen und einen sehr eigenartigen Mann,der laut seiner eigenen Aussage "ein nur fastverzweifelter Fünfunddreissigjähriger Mann" ist und mit großer Hartnäckigkeit versuchte,mir den Zuber mit ihm schmackhaft zu machen ;-) Er biss sich die Zähne aus,denn mit den Frauen und Björn im Mokkazelt war es sehr viel lustiger *gg*  Wir hatten viel zu erzählen,zu lachen,bis wir dann kurz vor 24 Uhr aus dem Zelt geworfen wurden von einer Standlerin,die endlich ihre wohlverdiente ruhe wollte.

So zogen wir rüber zum Feuer der Fenriskrieger,zusammen mit Betti und genossen viele lange,lustige,fröhliche ,aber auch tiefgründige Gespräche unter anderem auch zum aktuellen Thema des Beltanefestes,zu dem wir ja unbewusst angereist waren. Einmal brachte mich eine der Fenrisfrauen zum lachen,als sie völlig unvermittelt meinte "Diese spätmittelalterliche Frau da drüben,die ist mir unheimlich!" ch zuerst etwas irritiert und fragte natürlich gleich nach,warum ich ihr denn unheimlich sei (denn sie war mir nicht im mindesten unheimlich,ich mochte sie) Daraufhin bekam ich zu hören "Weil du so erwachsen bist" *staun* Wie gesagt,damit brachte sie mich zum herzhaften lachen-und nicht nur mich.Was für eine sympatische Frau ;-) Es war ein wunderschöner Abend bzw. eine wunderschöne Nacht voller Erlebnisse und Erkenntnisse,neugewonnenem Lagerfrieden,Freundschaft  und auch so manch Bündniss für die Zukunft zwischen verschiedenen Menschen.Ich konnte die Gelegenheit nutzen,mit Wulf ,den Yarl (ist das so richtig?) der Fenriskrieger zu sprechen und ihn so ein bischen kennen zu lernen,und auch einige der anderen Mitglieder der Gruppe hatten die Gelegenheit,mich mal persönlich kennen zu lernen bzw. mal ein bischen mehr mit mir zu reden,was bestimmt nicht das schlechteste war ;-)  Ich habe mich im Lager richtig wohl gefühlt,sicher und geborgen wie ausserhalb meiner eigenen Gruppe und der Schwarzen Bruderschaft schon lange nicht mehr. Spass hat man ja fast überall,aber das war etwas besonderes.Und ich weiß es wohl zu schätzen,das ausgerechnet mir die Ehre der Gastfreundschaft zuteil wurde. Hiermit hochofiziell: Ihr seid in unseren Lagern auch immer gerngesehene Gäste!! Vielen Dank für diesen besonderen Moment!

Irgendwann waren die meisten in ihren Zelten,nur ein paar wenige lagen oder saßen noch um das Feuer und sahen in die prachtvollen Sterne,bis schlieslich nur noch ich und Thomas die Stimmung des frühmorgendlichen Marktes genossen.

Ihr hättet dabei sein sollen:

Wir saßen etwas erhöht im Fenris-Lager,Hinter uns die Pferdekoppeln,rechts und links von Birken eingesäumt-unter uns der restliche Markt. Der Morgennebel waberte wie eine Decke zwischen den Zelten,dahinter der Wald und dahinter die Sonne,die gerade ihre ersten Strahlen über die Erde verteilte. Dazu ein Vogelorchester und ab und an das Scharren und schnauben der Pferde hinter uns in ihren Gattern.... es war einfach unbeschreiblich.SO sollte Beltane in ihrem Ursprungssinne immer begangen werden-die Welt voller Zärtlichkeit,Harmonie und Frieden erwartet und begrüßt das erwachen der Natur.

Dann kochten wir Wasser,räumten das Lager auf und dann stiess auch schon Sid zu uns.Ab da wurde es bei uns dreien wieder lauter,denn wir konnten viel lachen.Als dann auch noch Birka völlig zerknautscht und noch halb im Delirium zu uns rausgekrabbelt kam und mit seinen unbedachten Äusserungen für ein Feuerwerk an Lachern und Spässen sorgte,war im Fenrislager an Nachtruhe nimmer zu denken.Ich fürchte fast,wir haben so manch einem den Schlaf geraubt-sorry ;-) Aber soviel gelacht wie an dem Morgen-das hab ich schon lang nimmer.Vor allem,der Kleine hörte ja nicht auf damit uns immer wieder beste Vorlagen zum weiterlachen zu geben...Hachja,es war köstlich.

Der folgende Tag wurde wieder recht lustig und ereignissreich,wir halfen Dunja in ihrem Lager und hatten plötzlich einen Mitstreiter mehr,nämlich Betti,die sich augenscheinlich recht wohl bei uns fühlte ;-) So kümmerten wir uns ein bischen mit um die Greifvögel,die Einhorn-Hunde und das Fuchsbaby,beantworteten zig Fragen der staunenden Besucher zum Fuchswelpen,warum Dunja es hat etc. Zwischendrin pendelten wir über den ganzen Markt ,ratschten viel mit einzelnen Mitgliedern der Fenrisse und am Abend wurde tatkräftig geholfen,das Lager von Dunja abzubauen,die uns ja so lieb einen Zeltplatz zur Verfügung stellte und wegen der wir dieses Abenteuer überhaupt erst so intensiv erleben konnten. Leider kam es dann zu einem unschönen Erlebniss-wir sollten noch einmal die 3 Hunde,wunderschöne,verschmuste Australien Shepards,ausführen vor der langen Heimreise. Was uns Dunja aber leider nie erzählt hatte,war das 2 der Hunde ihre Rangordnung noch nicht abgeklärt hatten,ergo nicht zusammen ausgeführt werden sollten. Wie gesagt,wir wussten es nicht und so zogen wir,ich und Betti, los-ich mit den beiden Brüdern,Betti mit dem älteren,ruhigeren Rüden. Als wir draussen waren,spielten die beiden noch a bisserl,dann zankten sie.Ich dachte mir nix böses-auf einmal wurde blutiger Ernst und die beiden gingen innerhalb von XSekundenbruchteilen in extrem aggressives Verhalten über-und schnell war mir klar,das ist kein Ranggerangel mehr. Wer einmal einen echten Hundekampf miterlebt hat,weiß,wovon ich rede. Nun,normalerweise hätt ich die Hunde von den Leinen gelassen.Doch es waren weder meine Hunde,die Besitzerin weit weg und gleich hinter mir eine gut befahrene Landstrasse.Die Hunde würden also nicht auf mich hören,wegrennen und schlimmstenfalls unters Auto kommen....So hielt ich die Leinen so lang wie möglich,auch mit dem Hintergedanken,als sich die zwei ineinder verbissen hatten,das ich mit Hilfe der Besitzerin die zwei dann am Halsband packen und vereint auseinander ziehen könnte. Was für ein Bild:Vor mir zwei erbittert kämpfende Hunde,ich mit abstehenden Armen je rechts und Links die Leinen fest halten,jedoch locker lassend,die arme immer ausserhalb der Reichweite der Hunde,die Beine auch,und wie ein Boxer immer in Bewegung,der Hundebewqegung folgend,hochkonzentriert und ruhig,um die Hunde nicht noch mehr in Rage zu bringen.Derweil rannte Betti zu Dunja um sie zur Hilfe zu holen. Es waren zwar nur wenige Minuten-doch mir erschien es wie eine Ewigkeit bis sie endlich am Horizont auftauchte und mir zurief "Leinen los" -was ich auch sofort erleichtert tat.  Das irre-es stand eine Frau am Parkplatz,die zuschaute.Irgendwann rief dieser besondere Schlaumeier mir im tiefsten Ton der Empöhrung zu: "Das ist aber kein Spiel mehr,sehen sie das denn nicht?!"   Ach,nee,echt jetzt? Es floss bereits viel Blut,aber hey,klar,ich hätt das nie bemerkt,das es sich hier nicht mehr um ein Spiel handelt ;-/  Najut.Es muss auch solche M enschen geben ;-) Jedenfalls konnte Dunja dann irgendwann die Tiere trennen,rief mich zur Hilfe zum festhalten eines der Tiere und so brachten wir sie wieder zurück zum Lager-einen ins Auto,den anderen draussen angebunden. Ihr werdet lachen-die Viecher hatten gut ne halbe Stunde um sich zu beruhigen-da brach der eine,wie auch immer,aus dem Auto aus und stürzte sich schnurstracks wieder auf seinen Bruder...Doch da war glücklicherweise Dunja gleich zur Stelle. Ich hatte jedenfalls ordentlich Adrenalin im Blut und stand wohl auch ein bischen unter Schock,baute aber trotzdem weiter das Lager mit ab. Uff:  Zum Glück war Björn und Betti da und beruhigten mich ein bischen. Was für ein Ende eines ansonsten perfekten Marktes !!! Ich hoffe nur,das Dunja mit ihren Tieren noch gut heimgekommen ist und es den beiden Raufbolden gut geht.

So ging denn der Markt am Riffelhof 2011 zuende,der Abschiedsschmerz war groß,die Freude auf ein Wiedersehen mit all den lieben Menschen jedoch ist größer !!

 

Ich persönlich möchte mich gern für diesen Markt im nächsten Jahr mit eigenem großen Lager bewerben,denn ich glaub,der Markt hat es verdient,das wir mit dabei sind.

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