Historisches Münzerfest September 2010 in Fischbach

 

Wow,was war das für ein letzter Markt in dieser Saison für uns!!

Man könnte fast meinen,das das Lagerjahr 2010 für uns so enden wollte wie es mit MiM anfing...es war wie verhext.

Wir wurden von Hans-Otto Wagner zum Historischen Münzerfest in Fischbach gerufen,und wir folgten dem Aufruf mit Freuden,hatten wir ihn und seine Märkte von 2009 (Stühlinger Schneckenstreit) doch noch in guter Erinnerung. Auch das Arno von der Biegenburg bei uns im Lager weilen wollte,freute uns sehr.

Dann fing es an,kompliziert zu werden:Zuerst gab es ein bischen Verwirrungen,ob der Markt wegen der Witterung denn überhaupt stattfinden sollte oder nicht,und letztendlich mussten wir unseren bereits geplanten Aufbau am Donnerstag auf Freitag verschieben,da auch der ganze Markt dann doch kürzer sein sollte-denn am Anfang sollte er Freitag bis Sonntag laufen,was für uns wegen der längeren Anreise von mal eben 400 km. praktischer gewesen wäre.Dann wurde er gekürzt auf Samstag vormittag bis Sonntag,doch dann wurde nochmal gekürzt von Samstag 17 Uhr bis Sonntag 18 Uhr.....  Am Donnerstag um 15 Uhr bekamen wir schlieslich das sichere OK von Hans-Otto und wir bereiteten uns darauf vor,Freitag früh zu starten.Was uns denn auch glücklich gelang ^^  Wir fuhren mit drei Autos und einem Anhänger los,doch eines davon,nämlich der Wagen mit mir,Nayra und Fabian und dem Anhänger,wurde dank gspinnertem Navi ab Ulm quer durch Hintertupfingen gelotst und so verbrachten wir viel Zeit auf den Strecken des Hinterlandes von Baden Würtemberg *g* bis wir endlich glücklich in Fischbach ankamen.

Wir durften gleich aufbauen,hatten einen wunderschönen Eckplatz,romantisch unter Birken und Weiden gelegen,rechts und links von zwei Bächen eingesäumt.Der Festplatz war sehr klein und schnuckelig,verwandelte sich bald in ein schönes Festgelände. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen,Hans-Otto war voller Versprechungen,die dann aber großteils von seinen Vereinsmitgliedern,Inrmtraud und Hans,der Herold, umgesetzt werden mussten. Ihr merkt es schon: Da war was nicht ganz in Ordnung.

Wir freuten uns sehr darüber,das wir wirklich trockenes Holz bereits in Kamingroße Stücke gesägt geliefert bekamen,und da es nicht ganz ausreichend war,wurde versprochen,uns Abends oder spätestens am nächsten Tag noch mehr zu bringen.Was dann leider nicht mehr geschah,und obwohl wir immer wiederbei Hans-Otto nachfragten,passierte nix.Bis er Samstag Nacht meinte,Sonntag früh bekämen wir noch was-doch da brauchten wir dann auch nichts mehr.*seufz*

Wie auch immer,wir durften feststellen,das wir des nächtens keine Toiletten mehr zur Verfügung hatten,was mit Frauen und Kindern recht schwierig war...Beim ersten Mal war es noch das Versäumnis von Hans-Otto,beim zweiten Mal waren wohl die Tinnitusse,die im Museum schliefen,nicht darüber informiert worden,das wir die Toilette nachts auch brauchten,so das sie dann irgendwann die Aussentüre zusperrten .Nungut,sowas passiert,und der Gruppe machen wir deswegen keinerlei Vorwürfe,es war ja schlieslich nicht deren Schuld...

Der Samstag brach an,wir halfen wo wir konnten,den anderen beim Aufbau,lernten Hans den Herold besser kennen und auch Irmtraud,die beide die guten Seelen des Festes waren,und immer wieder ihr Bestes gaben,um für uns da zu sein. Unser Lager stand herbstlich herausgeputzt,wir waren gewandet und freuten uns auf das Fest,das dann auch sehr schön begann.Die Leute strömten nur so,was verwunderlich war,da der Ort Fischbach sehr klein ist,aber die Werbung war wohl sehr gut ;-)  Es kamen sogar einige typischen MA-Fans , obwohl alles nur ein "kleines"Dorffest war. Es begann alles sehr schön,harmonisch und friedlich,und wir waren bester Dinge. Arno kam und wurde mit großem Hallo empfangen,er packte auch gleich seine Harfe aus und gab uns ein Ständchen.

Ich färbte inzwischen Stoffe mit Hollunder aus des Pfarrers Garten und Weidenblättern von der Festwiese. Martina,Fabian und Patrick schnitzten um die Wette an ihren neuen Löffeln,wobei sich dann Patrick recht fies in die Hand feilte. Glücklicherweise waren wir recht gut ausgestattet,da auf dem Platz kein Notfallkoffer zur Verfügung stand,auch Sanis gab es nicht... Wir wurden beim kochen vom Herold sehr lustig angekündigt mit den Worten,das wir in unserem Lager leckeren Kürbis-Eintopf kochen würden-woraufhin viele Leute bei uns mitessen wollten *gg* Was wir so manch einem dann auch gönnten.Und unvergessen wird uns allen wohl schmunzelnd in Erinnerung bleiben,wie Herold Hans die Masseurin anpries: " Sie massiert JEDEN Muskel des Mannes " was für allgemeines Gelächter bei uns und Schamesröte bei der armen Masseurin sorgte ;-) Doch sie revanchierte sich damit,das Hans dann bei seinen Massagetermin vor verschlossener Türe stand *gg*

Wir hatten viel staunendes Volk aus Sinkingen,Fischbach und anderen Ortschaften im Lager,die viel fragten und erzählten,und immer wenn Arno seine "Süße"(seine Harfe) wieder rausholte und auf ihr spielte,verstummten die Leute und lauschten ihm und seinen Klängen. Zwischendrin hatten auf der Bühne die Tinnitusse ihr Stelldichein mit vielen frechen Tavernenliedern und so war der musikalische Abend abwechslungsreich.Auch eine Feuershow verlief soweit recht amüsant und spannend,auch wenn der letzte Spieler,ein älterer Herr und des eigenen vernehmens nach bereits seit 15 Jahren in der Feuershow aktiv,sein brennendes Lasso nicht wirklich unter Kontrolle hatte und einmal knapp 5 cm mit der brennenden Lassospitze am Gesicht eines Besucherkindes vorbei schnallzte...

Doch dann passierte,was niemals hätte passieren dürfen: Einige Kinder fanden den unverschlossenen Vorrat an Lampenöl des Veranstalters und stibitzen sich irgendwo eine Pfanne,die sie mit dem Öl füllten und das ganze dann anzündeten. So liefen sie mit der brennenden Ölpfanne quer über den Markt,bis das unvermeidliche Unglück passierte: Die Pfanne wurde heiss,die Kids wollten das ganze Zeugs in den Bach schütten...Glücklicherweise bekamen unsere Männer das mit ,schritten gerade rechtzeitig ein und verhinderten so,das es geschmorte Kinder zum Abendbrot gegeben hätte....Nein,im Ernst:Es war brandgefährlich,im warsten Sinne des Wortes. Es gab an mehreren Stellen brennende Öl-lachen,die wir löschten,und die Kinder kamen gerade noch so mit dem Schrecken und mehreren saftigen Standpauken davon,Fabians Hand aber wurde oberflächlich verbrannt bei der Rettungsaktion.

Wir erzählten sofort Hans-Otto Wagner davon,doch ihn interesierte das Ganze nicht sonderlich,wärend sich Irmtraud und Hans,der Herold große Sorgen machten. Später gab es dann noch weitere Vorfälle seitens anderer betrunkener Menschen,die alle mit Feuer zu tun hatten und jedesmal von uns gerade noch abgewendet werden konnten,bevor Schlimmeres passierte-so verhinderten wir,das die Taverne Dragon-Wein abgefackelt wurde ,die riesengroße Tanne in des Pfarrers Garten in Flammen aufging und so weiter. Da es keine Security vor Ort gab und Hans-Otto Wagner auf nochmalige geziehlte Ansprache erschreckend gleichgültig reagierte,beschlossen wir,Nachtwache zu halten. Zum Glück für alle.Denn die ganze Nacht stellten eine Gruppe von Betrunkenen immer wieder Schmarrn an,und wir sind uns sicher:Wären wir nicht gewesen,das ganze schöne Fest wäre zu einer tragischen Feuersnacht geworden,eventuell mit vielen Verletzten,im Falle der Kinder vielleicht gar mit Toten... Hans-Otto Wagner entsetzte uns einmal ganz gehörig,als wir über das fast angesengte Kind sprachen,indem er meinte,das das ja nicht unser Kind sei und wenn es Feuer gefangen hätte,hätte es eben Pech gehabt,und wir hätten es halt einfach in den Bach werfen sollen..... Natürlich ist die Aufsichtspflicht fremder Kinder nicht unser primäres Problem,doch keiner von uns möchte gerne mitansehen müssen,wie ein Mensch verbrennt. Auch unseren eigenen Kindern möchte ich diesen entsetzlichen Anblick gerne ersparen.

Etwa gegen 2 Uhr Nachts,als alle anderen Festbesucher,Mitarbeiter usw. schon zu Hause waren bis auf das besagte Grüppchen Betrunkener riefen wir den Veranstalter Hans-Otto auf seinem Handy zur Hilfe,doch der reagierte nichtmal,ging nicht ran...

So berieten wir lange,was zu tun sei.

Und kamen zu dem Schluss,das wir das allerste Mal in der Geschichte unserer Gruppe das Fest vorzeitig verlassen.Normalerweise hättten wir so reagiert wie jede andere Gruppe auch:Wir wären geblieben und hätten uns unsere Unkostenerstattung geben lassen und wären halt einfach nie wieder zu einem Markt von Hans-Otto Wagner gefahren-wie viele andere MA-Gruppen auch,die uns schon mehrfach warnten vor ihm.....Doch irgendwie mussten wir einmal anderst reagieren als alle anderen und ihm ein deutliches,klares Zeichen setzen,das sein Verhalten als Veranstalter in diesen wichtigen Dingen nicht in Ordnung ist.So übernahmen wir in gewisser Weise Verantwortung,die vielleicht nicht jedem gefällt und uns bestimmt noch die eine oder andere Diskussion einbringt.Doch das ist es uns wert.

Jedoch aus Rücksicht auf die anderen Teilnehmer und die Vereinsmitglieder des Heimatvereines,die sich ja wirlich liebevoll und aufopferungsvoll soviel Mühe und Arbeit mit dem Fest und deren Vorbereitungen gemacht hatten,wollten wir bis zum Morgen warten,damit die Betrunkenen,die bis um 5.30 Uhr da waren,keinen weiteren Mist mehr anstellen können.Denn wenn wir nicht aufpassen würden,wer denn dann? Es war ja keiner mehr da. Jedenfalls keiner mehr,der wach oder nüchtern genug gewesen wäre,um aufzupassen. So blieben wir bis um 6 Uhr,dann packten wir unser Lager zusammen. Es war ein eigenartiges Gefühl,ein sehr gemischtes.Wir liesen ja auch Arno im Stich,der bei uns wohnen sollte wärend des Festes aber glücklicherweise viel Verständniss zeigte,und auch die Vereinsmitglieder des Ortes,die sich so auf uns freuten und bei denen wir so gut ankamen...Sie alle können ja nichts dafür,das Hans-Otto Wagner soviel grob fahrlässigen Mist baute. Doch es blieb uns keine andere Wahl.

Wir fuhren,völlig übermüdet nach zwei durchwachten Nächten(denn auch die erste Nacht von Freitag auf Samstag hielten wir Nachtwache,(spontan vor Ort mit Hans-Otto so abgesprochen) weil in des Pfarrers Haus eine große Fete stieg und deren Jugendliche draussen zündelten und mit Steinen warfen...),nach Hause und sprachen noch sehr viel von den Vorkomnissen,die uns tief berührten und auch empöhrten. Wir alle waren sehr aufgewühlt,Nayra mit ihren 9 Jahren war auch recht angeschlagen da sie ja leider vieles Live mitbekommen musste.

Glücklicherweise schrieb uns später Hans,der Herold per email an und war sehr besorgt,ob vielleicht sie alle etwas falsch gemacht hätten.Ich konnte ihm versichern,das er und seine Leute vom Heimatverein nichts falsch gemacht hatten,das das große Fehlermanko bei Hans-Otto Wagner als Veranstalter lag,der eigentlich wissen muss,wie man eine Veranstaltung richtig absichert und einfach als vorbeugende Maßnahme Mittel und Zwecke einrichtet,damit Schlimme Unfälle bereits im Vorfeld zumindest größtenteils vermieden werden können. Und es gibt da ja auch noch diverse Rechtliche Standarts für größere Veranstaltungen,die Hans-Otto Wagner einfach mal eben so ignoriert hatte. Nicht auszudenken,wenn wir nicht da gewesen wären und so beherzt eingegriffen hätten.... 

Wir möchten mit Hans dem Herold und Irmtraud sowie den anderen Fischbachern Heimatvereinsmitgliedern gerne auch weiterhin in Kontakt bleiben und sie gerne auch in Zukunft mit ihrem Fest unterstützen,allerdings wollen wir mit Hans-Otto Wagner als Veranstalter extremst vorsichtig sein,da er uns nicht nur bitter enttäuschte,sondern durch sein fahrlässiges handeln und denken sehr zu denken gab. Wenn uns der Heimatverein wieder mit dabei haben möchte,und wir da Zeit haben,kommen wir gerne wieder,sofern die gängigen Dinge wie Sanka und Feuerwehr vor Ort,Nachtwache etc. eingehalten werden.Doch anhand der Gespräche mit Hans dem Herold bin ich mir sicher,das alle im Vorstand dafür Sorge tragen werden,das sich sowas niemals mehr wiederholt. Denn dazu liegt uns allen dieses kleine,aber feine Fest mit seiner alten Geschichte und dem tollen Vereinsleben viel zu sehr am Herzen,und diese Leute,dieser Ort und das Münzerfest an sich sind es unserer Meinung nach wert,das wir sie auch weiterhin unterstützen.

So möchten wir uns bei allen Vereinsmitgliedern und Dorfbewohnern,aber auch bei Arno von der Biegenburg dafür entschuldigen,das sie so Knall auf Fall ohne uns am Sonntag auskommen mussten und hoffen einfach auf allgemeines Verständniss,das unsere Aktion nichts mit ihnen allen zu tun hatte,sondern lediglich eine dringend notwendige Reaktion auf das Verhalten von Hans-Otto Wagner sowie den entstandenen feurigen Umständen war.

Und wir hoffen alle sehr darauf, das sich auch Hans-Otto unser Verhalten als Anreiz dazu nimmt,mal über sich und seine Handelsweise zu denken,was ihm und uns allen sehr zu wünschen wäre-denn per si hat er ja Potential und viel Liebe zu den alten Traditionen,Geschichten und zu der heimatlichen Kultur. Wenn er jetzt noch die wichtigen Dinge annehmen kann und bei konstruktiver Kritik nicht immer auf Ablehnung schaltet,ist er auf dem besten Wege,ein guter Veranstalter zu werden.

In diesem Sinne schliesen wir den letzten Marktbericht dieser Saison ab mit den besten Segenswünschen,ein herzliches Dankeschön an alle Fischbacher und an meine Leute für die gute Zusammenarbeit in dieser Krise sowie der großen Hoffnung auf eine gute Zukunft und guter Zusammenarbeit mit den Fischbachern,auf das ihr schönes Münzerfest weiterhin ein großer Erfolg wird und auch wirklich ALLE ihre ungetrübte Freude daran haben können.

 

 

 

 

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