Wir wandeln uns immer mehr,da die Zeiten des Krieges in unserer Epoche doch hinreichend zu Ende gingen,immer mehr zu friedlichen Handwerkern und nur noch selten holen wir unsere Boegen und Waffen hervor um unsere Stadt zu verteidigen.

So wollen wir euch hier nun ein bischen berichten,was wir in unseren Lagern alles zu zeigen vermoegen,womit wir experimentieren um unsere zivilen Darstellungen immer besser praesentieren zu koennen und um den Besuchern der Maerkte real vermitteln zu koennen,wie die Menschen im Spaetmittelalterlichen Munichen gelebt haben koennten.

NAEHEN:

Wir naehen inzwischen fast all unsere Gewandungen selber,nur beim Schuhwerk muessen wir noch passen ;-)

Wir orientieren uns dabei zunehmend an Bildern aus Museen,alten Buechern und an Ergebnissen von Aercheoforschern,aber auch an Guten Gewandungen anerkannter Reenactor-Gruppen.So sind auch die Farbtoene und Schnitte an unseren Darstellungsformen angepasst. So naehen wir Frauen,-Kinder und Maennergewandungen in immer besseren Stoffen oft direkt vor Ort im Lager,aber auch Zuhause selber,wobei die juengeren Mitglieder von denen lernen,die schon etwas laenger mit dabei sind,so wie es frueher in den traditionellen Familienverbaenden ja auch war.

 

STICKEN:

Wir sticken mit zunehmender Lust immer eifriger an den Gewandungen,aber auch an Beuteln mit etwas aufwendigerer Stickerei. Derweil probieren wir auch aeltere Stickstiche und Sticktechniken aus.

 

LEDERARBEITEN:

Wir produzieren immer mehr Gebrauchsgegenstaende aus Leder selber,angefangen bei unseren Guerteln, Taschen, Wappentraegern usw.. Besonderen Spass macht uns das erste Ueben beim Punzieren,Lochen etc.

 

WOLLE SAEUBERN/ WASCHEN/ KARDIEREN:

Unsere gute Bergschafwolle,die wir von einem befreundeten Alten Schaefer aus dem Garmischer Raum direkt vom Stall/der Weide frisch geschoren erhalten,wird in muehsehliger Kleinstarbeit vom groben Schmutz gesaeubert,dann gewaschen,getrocknet ,kadiert und dann jeweils weiter verarbeitet.

  

WEBEN/ SPINNEN :

Wir verarbeiten unsere nun saubere Wolle weiter,indem wir sie von Hand spinnen oder auch filzen. Die Gesponnene Wolle wird entweder duenn als Naeh/Stickgarn hergenommen oder wir weben kleinere Teppiche usw. daraus.

Ab und an versuchen wir auch,Huete und Taschen zu filzen.

 

HOLZVERARBEITUNG:

Man sieht uns oft am schnitzen von kleinen Loeffeln,aber auch Karden,kleine Truhen und erste Holzmollen werden hergestellt. So wurde auch der "Meinungsverstaerker" von Viviana auf Riffelhof in Form gebracht,aus einem einfachen Ast entsteht nach und nach eine besonderere Kruke,die unterschiedlichsten Zwecken dient.

   

KOCHEN:

Bei uns im Lager wird jeden Tag frisch gekocht,natuerlich ueber dem Feuer. Wir experimentieren immer oefter an der Zubereitung von schmackhaften Gerichten mit Zutaten,wie wir sie im Spaetmittelalter bereits benutzen konnten,aber natuerlich wird ab und an gern auch der freien Fantasie Lauf gelassen und wir bereiten unser Mahl so,wie wir es uns vorstellen koennen,das es sowas schon gegeben haben koennte.

Ein weiteres Wunschprojekt werden wir sehr bald noch realisieren,naemlich einen Erdofen zu bauen und darin Brot zu backen.

 

FAERBEN:

Wir faerben oft und gern mit allerlei Naturmaterialien Stoffe und auch Wolle ein. Natuerlich immer ueber dem Feuer und,zum Entsetzen manch Faerbefachfrau, komplett ohne Chemische Zusaetze. So verwenden wir Eichenrinde,Birkenblaetter,Zwiebelschalen,allerlei Blumen,Graeser,Nuessen,Fruechten,Beeren und Erden .Seit kurzem machen wir auch erste Erfahrungen mit Labkraut. Und wir freuen uns jedesmal wieder aufs Neue ueber die Farbergebnisse.

 

LIKOERE/ GETRAENKE ZUBEREITEN:

Einige von uns haben sich darauf spezialisiert,aus allerlei Natuerlichen Zutaten Likoere,Schnaepse und auch antialkoholische Getraenke wie Saefte, Tees und Anderes zu zaubern,viele nach aelteren Grundrezepten,andere auch aus dem "Bauchgefuehl" heraus. Schmackhaft und bekoemmlich sind die meisten davon ;-)

 

KINDERTONPRAEGEREI:

Wir bieten gern unsere Kindertonpraegerei an,wo die Besucherkinder,aber natuerlich auch die Erwachsenen Besucher aus selbsthaertendem Ton kleine Schaetze selber herstellen koennen.Wir zeigen ihnen,wie man Tonmuenzen selber praegt, Amulette und Anhaenger herstellt und mit Steinchen und Muscheln verziehrt.Diese Werke duerfen die Besucher natuerlich jederzeit auch mit nach Hause nehmen als kleines Andenken an den Markt,den sie besuchten.

 

WAESCHE/ GESCHIRR WASCHEN:

Hier machen wir mal etwas,was erstaunlich wenige andere Gruppen auf den Maerkten zeigen: Soetwas profanes,aber im Mittelalter ja auch alltaegliches wie Waesche und/ oder Geschirr zu waschen ;-) Hierzu stellen wir Grosse Wasserbehaeltnisse auf und waschen mit biologisch abbaubarer Kernseife wie Anno dazumal,was jedesmal eine Erheiterung fuers Publikum ist,besonders wenn wir das Schmutzwasser wie Anno dazumal einfach ueber den Weg schuetten. Als Schwaemme oder Schrubber nehmen wir die Wurzelbuerste, Stroh,Gras und Steine und bekommen so alles wieder sauber. Wenn dann das saubere Geschirr schoen zum trocknen in der Sonne steht,die frischgewaschene Waesche schon fast dekorativ an der Leine zum trocknen haengt, ist das fruehere Leben gut dargestellt.

 

WEITERE EXPERIMENTE:

Da wir ja bekanntermasen offen fuer fast alles sind,lassen wir uns selten eine Gelegenheit entgehen,bei echten Handwerkern ueber die Schulter zu blicken und uns nach und nach mehr Wissen anzueignen.

-So duerften unsere Frauen und Maedchen z.B. auf dem Riffelhof von Tomas,dem Buerstenmacher, in langwieriger Prozedur mit viiiel Geduld lernen,wie man selber Buersten mit echtem Pferdehaar nach traditionellem Handwerk herstellt.

-Bei anderer Gelegenheit konnten wir ein paarmal bei verschiedensten Webtechniken zusehen und selber mit probieren,was uns anspornt,selber verschiedenste Webstuehle zu bauen und dann natuerlich darauf auch zu weben.

-Dann haben wir uns ein paarmal am Pfeilbau probiert und haben vor,das in naher Zukunft bald mit ins Handwerkliche Leben mit ein zu bauen.

- Wir experimentieren mit der Seifensiederei,um selber unsere Seifen moeglichst traditionell herzustellen. Hinterher sind wir zwar immer schmutziger als man es glauben moechte,wenn man an Seife denkt,aber es macht viel Spass!

-Da wir ja einen grossen Kerzenverschleiss haben,stellen wir einiges an Fackeln und Kerzen immer oefter selber her. Einige Fackeln sind dabei allerdings in einfachster,etwas "anruechiger" Methode herstellt,waehrend andere nach historischen Anweisungen gefertigt werden. So oder so haben wir fast immer ausreichend gutes Licht im Lager...

 

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